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Fotografie Tipps | Ratgeber

Wenn du dich erst seit kurzem mit der Fotografie beschäftigst, gebe ich hier einige Tipps, die dir helfen sollen, zu besseren Bildergebnissen zu kommen. Dieser Ratgeber repräsentiert selbstverständlich nur meine ganz persönliche Meinung, die sich im Laufe der Jahre durch viel Praxis gebildet hat. Jeder Fotograf entwickelt seine eigene Philosophie und Arbeitsweise, mit der er am besten zurecht kommt.

Kunst kommt von Können

Die Voraussetzungen, um Fotos mit künstlerischem Anspruch anfertigen zu können, sind handwerkliche Fähigkeiten und ein geschultes Auge. Das Verständnis der Technik sowie der Zusammenhänge von z.B. Kamera- und Objektiveinstellungen sind wichtige Grundlagen, wenn du dich nicht mit zufälligen Ergebnissen zufrieden geben, sondern Bilder bewusst gestalten möchtest. Auch das spätere Bearbeiten der Aufnahmen hat großen Einfluss auf die Ergebnisse und kann die Bildwirkung bzw. die Bildaussage gezielt steuern.

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Die ursprüngliche Aufnahme eines Feuerwerks wurde mittels Bildbearbeitung zur abstrakten Fotokunst.
Zielsetzungen

Ein Ziel kann sein, dass sich die eigenen Aufnahmen von der breiten Masse von "Knipsbildern" abheben und ggf. sogar einen eigenen Stil mit Wiedererkennungswert zu entwickeln. Hier sind Kreativität und Ideen gefragt. Du kannst dich selbstverständlich an guten Fotos anderer Fotografen orientieren, aber das sollte sich nicht zu einer reinen Nachahmung entwickeln. Du kannst viele Fotografiebereiche abdecken oder dich auf bestimmte Bereiche spezialisieren. Die Motivauswahl und die Möglichkeiten sind so umfangreich und es gibt viel zu entdecken.

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Das Bild dieser Wasserspiegelung entstand im Herbst bei Sonnenschein. Die umstehenden Bäume mit ihren unterschiedlichen Laubfarben sorgten für die interessanten Lichteffekte. Wichtig: Ich habe für diese Aufnahme manuell fokussiert. Der Autofokus hätte auf die Wasseroberfläche scharfgestellt und die Wirkung wäre dadurch nicht so intensiv.
Erwartungen

Am Anfang solltest du nicht erwarten, sofort Kunstwerke zu erschaffen. Vielmehr kannst du dir kleine Aufgaben stellen und auf diese Weise viel über Motive, Perspektive, Farben und Licht lernen.

Beispiel: Fotografiere einen einfachen Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichem Licht oder auch nur Details dieses Gegenstands. Du wirst schnell erkennen, dass die verschiedenen Betrachtungsweisen der selben Sache zu ganz unterschiedlichen Bildwirkungen führen und somit den Betrachter in seinem Empfinden beeinflussen und lenken.

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Das Bild entstand im Zoo Hannover mit einem Tele-Objektiv.

Sehen mit der Kamera

Der Blick durch den Sucher der Kamera unterscheidet sich vom „natürlichen“ Sehen - lerne mit der Kamera zu sehen! Abhängig von z.B. den unterschiedlichen Brennweiten der Objektive entdeckst du ganz neue Welten. Dies gilt insbesondere für die Makro-Fotografie. Farben können bewusst anders als in der Realität dargestellt werden, was zu überraschenden Ergebnissen führen kann. Generell haben Farben einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung und damit meine ich auch das Fehlen von Farbe. Versuche, dir schon beim Fotografieren das fertige Bild vorzustellen.

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Eine Libelle mit Teleobjektiv im Flug zu fotografieren erfordert viel Geduld und einen schnellen Autofokus.

Fotografieren planen

Einfach drauflos zu fotografieren bringt oft nicht die gewünschten Ergebnisse. Eine gute Planung, egal ob für People-Fotografie oder für Naturaufnahmen, ist Voraussetzung für gute Fotos. Je nach Situation musst du aber auch immer offen für Spontanes bleiben, denn manchmal ergeben sich Möglichkeiten, die du nicht voraussehen konntest. Hilfreich ist auch, sich auf nur ein Thema am Tag zu konzentrieren.

Beispiel: Am selben Tag Makro-Aufnahmen von Insekten und anschließend Portraitfotos von Menschen zu machen, kann zu halbherzigen Ergebnissen führen, denn die Vorbereitung und Einarbeitung in das geplante Thema ist wichtig. Fotografiere mit Herz und Leidenschaft!

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Die roten Pumps werden durch die Entsättigung der Farben in den anderen Bildbereichen besonders gut betont. Stichwort: ColorKey

Bildgestaltung

Menschen neigen dazu, in erster Linie eher augenfällig eindrucksvolle Dinge als etwas Besonderes wahrzunehmen. In der Fotografie können aber genau die unscheinbaren und weniger auffälligen Dinge viel interessanter wirken, eben weil man sie auf diese Weise noch nicht gesehen hat.

Entdecke Neues!

Mit einem Foto dokumentierst du immer auch deine eigene Sichtweise.

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Die Aufnahme der Pusteblume mit einem Makro Objektiv und weit geöffneter Blende sorgt für den schönen Freistelleffekt vor dem unscharfen Hintergrund.

Lenke das Auge des Betrachters auf den Kern des Fotos und setze das Hauptmotiv z.B. durch Farbe, Schärfeverlauf oder Entfernung deutlich vom Hintergrund ab. Meist wirkt es auch interessanter, wenn du beim platzieren des Hauptmotivs die sogenannte Drittelregel bzw. den Goldenen Schnitt beachtest. Eine Person, die mittig im Bild steht, wirkt oft "geknipst", während sie weiter am Rand des Bildes besser wirken kann. Dies gilt natürlich auch für unbelebte Motive.

Regeln beachten oder gezielt brechen

Es gibt in der Fotografie viele "eiserne" Regeln. Im Folgenden einige Beispiele:

  • Man schneidet keine Hände an bzw. Finger ab
  • Man schneidet das Foto einer Person über dem Knie, nicht knapp unterhalb
  • Horizonte müssen exakt waagerecht verlaufen
  • Der Blick einer Person führt in das Bild, nicht heraus

Diese und viele andere Regeln sind meist absolut sinnvoll und richtig.
Aber du kannst (und solltest!) durchaus mal Regeln verletzen, sofern eine Absicht dahinter zu erkennen ist. Und genau DAS ist die einzige Regel, die immer gilt! Bilde einen Horizont absichtlich schief ab, wenn es das Gesamtmotiv erlaubt und dadurch interessanter wirkt. Aber die Absicht dahinter muss klar erkennbar sein, sonst wirkt es nur wie nicht gekonnt. Experimentiere damit!

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Aufnahme bei Sonnenuntergang mit einem Photomodel bei 1/500 Sekunde Belichtungszeit. Ein Assistent warf den Sand von der Seite hinter das Model.
Einschränkungen kennen, vermeiden oder bewusst einsetzen

Das menschliche Auge ist um ein vielfaches empfindlicher als der (derzeit) beste Kamerasensor und kann somit einen deutlich höheren Kontrastumfang wahrnehmen. Das zeigt sich z.B. an folgendem Szenario:

Du fotografierst eine Landschaft, die teilweise im Schatten liegt und darüber einen schönen blauen Himmel aufweist. Für das Auge ist es kein Problem, trotz der großen Kontraste noch alle Details wahrzunehmen. Im Foto kann es dir passieren, dass die dunklen Bereiche „absaufen“ und der eigentlich blaue Himmel nur als ein schwaches Grau dargestellt wird.
Um dieses Problem zu umgehen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Du kannst eine Belichtungsreihe mit unterschiedlich starker Belichtung fotografieren (die meisten Kameras können das), die z.B. aus drei Einzelbildern besteht. Die Einzelbilder kannst du später bei der Bildbearbeitung zu einem Bild zusammen setzen. Wie das genau funktioniert, kannst du in einem meiner Bildbearbeitungsworkshops lernen. Ähnliche Ergebnisse erzielst du auch durch den Einsatz eines Grauverlaufs-Filters, der so am Objektiv ausgerichtet wird, dass der hellere Bereich im Motiv durch das Grau abgedunkelt wird. Eine weitere Möglichkeit ist eine sogenannte HDR-Aufnahme (High Dynamic Range). Auch hierbei fotografierst du eine Belichtungsreihe und lässt die Bilder später von einer speziellen Software automatisch zusammenfügen.

Anderes Szenario:
Du fotografierst eine Person bei hochstehender Sonne, wodurch z.B. im Gesicht unvorteilhafte Schatten entstehen. Um eine gleichmässigere Ausleuchtung zu erhalten, kannst du mit einem Systemblitz, einer portablen Blitzanlage oder mit einem Reflektor die dunklen Bereiche aufhellen. Bedenke aber, dass ein Reflektor die Person blenden kann.

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Die Aufnahme wurde bei Sonnenaufgang im Geirangerfjord in Norwegen vom Schiff aus gemacht. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort...

Lichtwirkung

Die Tageszeit und somit die Wirkung des Lichts hat einen großen gestalterischen Einfluss auf das Foto.
Steht die Sonne tief, sind die Schatten länger und die plastische Darstellung der Motive ist stärker. Auch die Farbtemperatur ändert sich mit dem Stand der Sonne. Generell lässt sich sagen, dass Motive in den frühen Morgenstunden oder bei untergehender Sonne interessanter wirken. Manche Locations geben bei "normalem" Tageslicht nichts her und entfalten ihre Wirkung erst bei einer anderen Lichtstimmung. Besuche eine Location mal zu unterschiedlichen Tageszeiten und du wirst überrascht sein, wie stark die Unterschiede sein können. Die Jahreszeit spielt selbstverständlich auch eine ganz wesentliche Rolle.

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Die Aufnahme wurde bei tiefstehender Sonne mit einem Graufilter gemacht. Das Motiv habe ich zusätzlich mit einem Systemblitz beleuchtet.
Schlußwort

Das Thema Fotografie ist so umfangreich, das hier nur einige Aspekte angesprochen werden können. Nicht ohne Grund gibt es dazu zahllose Bücher.
Es schadet im Übrigen nicht, auch mal Bücher zu lesen, denn du erhälst dadurch immer wieder neue Anregungen für deine eigenen Projekte.

Vielleicht habe ich mit diesem Artikel dein Interesse an einem Fotoworkshop oder Bildbearbeitungskurs geweckt? Einen Termin kannst du telefonisch unter ☎ 05264-7663 oder per eMail mit mir abstimmen: info@fotograf-owl.de

Exkurs zum Thema Bildbearbeitung

Ergänzend zu den Fotografie Tipps möchte ich hier noch einige Informationen zur Bildbearbeitung / EBV geben.

Bei diesem Thema spalten sich die Meinungen der Fotografen. Einige sind der Ansicht, dass bei einem guten Foto nachträglich nichts mehr bearbeitet werden muss bzw. sollte. Ich stimme dem insofern zu, dass es natürlich absolut sinnvoll ist, schon beim fotografieren alles richtig zu machen. Dennoch bin ich der Meinung, dass nachträglich alles getan werden darf, um das Ergebnis noch zu verfeinern und somit die Bildwirkung zu vervollkommnen. Das ist aber Ansichtssache.

Das im Folgenden gezeigte Foto gefiel mir schon im Original sehr gut, aber durch die Bearbeitung gewinnt es noch deutlich an Ausdruck.

Fotoworkshop - unbearbeitetes Foto

Originalfoto

Fotoworkshop - bearbeitetes Foto

Bearbeitetes Foto

Fest steht, dass aus einem schlechten Foto auch durch bearbeiten kein Meisterwerk wird. Wähle nur Aufnahmen aus, die sich zu bearbeiten lohnen. Und bevor du an den Reglern deines Bildbearbeitungsprogramms rumschraubst, überlege dir, was du eigentlich ändern bzw. optimieren möchtest, denn sonst verstrickst du dich allzu leicht in Verschlimmbesserungen.

In meinen Workshops kannst du genau das und noch viel mehr lernen.